Was ist Quellcode?

Was ist Quellcode?

Der Anwender selbst bekommt den Quelltext der Programme, die er benutzt, normalerweise niemals zu Gesicht. Und selbst wenn er doch einmal einen Blick auf den Quelltext werfen könnte, würde der darin enthaltene Text für 99,9% der Anwender keinen Sinn machen.

Der Quelltext eines jeden Programmes wird in einer von vielen unterschiedlichen Programmiersprachen geschrieben. In diesem Zusammenhang sind Ihnen vielleicht schon einmal Begriffe wie C++ oder C# (gesprochen: „C-Sharp“) begegnet. Alltäglichere Beispiele sind HTML oder auch PHP; auch das sind Programmiersprachen, wenngleich sie in einem anderen Umfeld benutzt werden. Für den Menschen ist in einer Programmiersprache geschriebener Text zwar lesbar; Sinn macht er jedoch keinen. Ist der Quellcode eines Programmes fertig geschrieben, wird er kompiliert. Aus vielen Tausenden Zeilen Code wird dann beispielsweise eine .exe-Datei erzeugt, die bei ihrer Ausführung einen Taschenrechner anzeigt.

Wie umfangreich ist der Quelltext?

Das kommt natürlich auf die Komplexität des Programms an. Einfache Programme, wie beispielsweise eine Uhr oder auch der erwähnte Taschenrechner, können bereits mit einigen Dutzend oder auch wenigen Hundert Zeilen Text auskommen. Wenn man sich hingegen die Schwergewichte unter den Anwendungen anschaut – wie etwa Betriebssysteme –, ist mit einem Quellcode zu rechnen, der mehrere Millionen Zeilen Code umfasst. Für ein kleines Team allein ist das dann auch nicht mehr zu bewerkstelligen. Hunderte Mitarbeiter müssen Jahre damit verbringen, ein solches Projekt zur Fertigstellung zu bringen.

Syntax und Fehlersuche

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt des Schreibens von Quellcode ist das absolut strenge Einhalten der Regeln der gewählten Programmiersprache, im Fachjargon: Syntax. Ob ein Programm funktioniert oder sofort beim Start abstürzt, kann schon an Kleinigkeiten wie einem falsch positionierten Komma liegen. Je umfangreicher das Projekt, desto länger dauert es im Anschluss, auf die Fehlersuche zu gehen. Der Fortschritt eines jeden Programmes wird irgendwann in den sogenannten Beta-Status erhoben. Ab dann folgt für gewöhnlich der Feature-Freeze, es werden also keine zusätzlichen Funktionen mehr eingebaut. Stattdessen wird sich nur auf das Suchen nach Fehlern im Quellcode beschränkt. Die Dauer dieser Phase kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, was noch einmal die Komplexität von modernem Quelltext verdeutlicht.